Richtig Treiben ohne Druck

Ihr glaubt gar nicht, wie sehr man unbewusst klemmen kann!

Viel zu lange habe ich Checker unbewusst gebremst und mich gefragt, warum er nicht reagiert.

Erst Ende März, bei einem PM-Seminar mit Christoph Hess (Thema: „Die Kunst des richtigen Lösens“) wurde mir so richtig bewusst, dass mein Treiben nicht zielführend ist und Checker deshalb oft gegen den Schenkel ging.

Man muss sich mal vorstellen, dass ein Pferd eine Fliege an jeder Stelle seines Köpers spürt. Wie kann es dann sein, dass es nicht auf meinen Schenkel reagiert?

Weil in dein meisten Fällen falsch getrieben wird und somit das Pferd abstumpft.

(Ein Vorherbild)

Was mache ich jetzt anders?

Meine Schenkel hängen locker am Pferd herunter, ohne Druck auszulösen. Die Knie müssen atmen. Positiver Nebeneffekt: man schwingt automatisch locker mit.

Es gibt keinen Dauerdruck mehr.

(Nachher, deutlich entspannter)

Wie habe ich das erreicht?

Nun erkläre ich euch mal, was ich bei dem Seminar gelernt habe und zuhause direkt mit Erfolg umgesetzt habe.

Ich sitze auf dem Pferd, das Pferd steht. Zügel erst mal lang lassen, die Beine hängen locker am Pferd herunter, das Knie übt ebenfalls keinerlei Druck aus.

Ich habe keine Sporen an, um nicht versehentlich ans Pferd zu kommen und unabsichtlich weiter Druck auszuüben. Eine (am besten kurze) Gerte habe ich in der Hand.

Nun nehme ich meine Beine ab der Hüfte etwas weg vom Pferd und lasse sie LOCKER, ohne Nachdruck (!) ans Pferd fallen.

Ein Pferd, dass vorher möglicherweise mit viel Druck geritten wurde, wird zunächst nicht verstehen, was ich jetzt will.

Also wiederhole ich es solange, bis das Pferd eine Reaktion zeigt.

Die Reaktion sollte natürlich sein, dass das Pferd los läuft. In diesem Moment höre ich sofort auf, lobe und lasse meine Beine wieder locker am Pferd herunterhängen. Ohne treibenden Druck.

Sollte das Pferd auch nach dem fünften, sechsten Mal noch keine Reaktion zeigen, kann man es mit der Gerte auf der Schulter antippen. Achtet darauf, nicht unbewusst Druck mit den Schenkeln auszuüben!

Checker reagierte schon beim zweiten Mal richtig und lief los.

Das gleiche wiederhole ich, wenn ich möchte, dass mein Pferd fleißiger geht.

Christoph Hess ließ im Seminar alle Reiter mit einer Hand an der Zügelschnalle reiten.

Es ging erst einmal um ein fleißiges, lockeres Pferd, dass fein reagiert.

Genau so setzte ich es auch bei Checker um.

Zugegeben – in Trab und Galopp war das ganze erst etwas schwieriger, aber auch hier reagierte Checker sehr schnell, er wurde fleißig und ich konnte ihn mit feinsten, treibenden Hilfen reiten.

Er war endlich fein am Bein.

Natürlich sieht das ganze anfangs etwas komisch aus! Je besser die Pferde reagieren, desto feiner können die Hilfen werden.

(Der erste Erfolg ließ nicht lange auf sich warten)

Wie lange dauert es, bis meine Hilfen unsichtbar werden?

Oft geht es recht schnell und ich muss irgendwann nur noch den Unterschenkel leicht vom Pferd wegnehmen und ran fallen lassen. Irgendwann reichen auch hier feinste Hilfen aus.

Um mal einen Zeitrahmen zu nennen: bei uns dauerte es in etwa drei bis vier Wochen, bis Checker schon komplett auf feinste Hilfen reagierte. Fleißiger war er schon beim ersten Mal.

Das richtige Treiben ist so wichtig, wird aber selten verständlich gelehrt.

Grade wenn man vorher eher Pferd geritten ist, die man bremsen musste, neigt man doch eher zum klemmen. Ich zumindest.

Gerne kann ich dazu auch mal ein Video machen, um das ganze noch verständlicher darzustellen.

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